Teilhabe

Der emotionale Entwicklungsstand als Schlüssel zum Verständnis von Verhalten

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von Menschen mit Behinderungen

Herr M. schlägt seine Mitbewohner, wenn er die Aufmerksamkeit der Betreunden teilen muss...

Frau B. reißt sich Haare aus, wenn sie aus der Tagesförderstätte nach Hause kommt...

In der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung gilt vor allem ihr kognitiver Entwicklungsstand als wichtiger Leitfaden für Betreuerinnen, Betreuer und Angehörige. Häufig wird dabei die Frage nach ihrem sozio-emotionalen Entwicklungsstand vernachlässigt.

Der kognitive und der emotionale Entwicklungsstand von Personen mit geistiger Behinderung können weit auseinanderliegen. Oft stehen sie auf einer weniger reifen emotionalen Entwicklungsstufe als es ihre kognitive Leistungsfähigkeit vermuten lässt. Wird diese Diskrepanz im Betreuungsalltag – insbesondere in den gestellten Erwartungen und Anforderungen – nicht berücksichtigt, kommt es zur Überforderung und zu Verhaltensweisen, die als herausfordernd erlebt werden.

In dieser Fortbildung wird der Ansatz der emotionalen Entwicklung von Anton Dosen (Schema der Emotionalen Entwicklung – SEED) ausführlich dargestellt. Vor diesem Hintergrund lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Skala der emotionalen Entwicklung-Diagnostik (SEED) kennen und wie mit dieser der emotionale Entwicklungsstand einer Person festgestellt werden kann. Auf dieser Grundlage werden die Grundbedürfnisse verdeutlicht und mögliche pädagogische Interventionen für den Alltag erarbeitet.

Inhalte:

  • Verschiedenen Entwicklungsebenen: körperlich – emotional – kognitiv
  • Die emotionale Entwicklung eines Menschen nach dem Modell von Anton Dosen
  • Besondere Aspekte der emotionalen Entwicklung bei Personen mit geistiger Behinderung
  • Skala der emotionalen Entwicklung-Diagnostik (SEED) und Anwendungsmöglichkeiten
  • Diagnostische Abklärung von Verhaltensstörungen
  • Die emotionale Entwicklung als Schlüssel zum Verständnis von herausforderndem Verhalten
  • Entwicklungs- und bedürfnisorientierte Betreuungsansätze und Interventionen