Nachdem die Erhebung von Stornogebühren für das Bildungswerk während der vergangenen zwei Jahre pandemiebedingt weitestgehend ausgesetzt war, werden diese zum 1. Januar 2023 wieder aktiviert. Bitte beachten Sie unsere Teilnahmebedingungen.

Kinder- und Jugendhilfe

Bewegungs- und Spielräume sind Bildungsräume

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Regionales Seminar in Güstrow

Statt den Kita-Alltag zu verschulen, sollten wir den uns anvertrauten Kindern zurückgeben, was ihnen von Natur aus gehört – Kindheit und damit die Möglichkeit zum freien Spiel. Relevante wissenschaftliche Untersuchungen in Bezug auf die Tier- wie auf die Menschenwelt zeigen, dass alle Lebewesen auf spielerische Weise beginnen, sich ihre Lebenskompetenzen zu erwerben. Bildung ist immer Selbst-Bildung. Im Kita-Alltag hat Bildung ihren natürlichen Ort im freien Spiel der Kinder mit allen Sinnen. In der Rückbesinnung auf die Bedeutung des freien Spiels für das Lernen aus Sicht der

  • Psychomotorik (mit Bezug auf die Kleinkindpädagogik von Emmi Pikler sowie auf die Spiel- und Bewegungsarbeit Elfriede Hengstenbergs)
  • Neurobiologie (mit Bezug auf die Evolutionspädagogik)
  • Rechte des Kindes (mit Bezug auf die Kinderrechtskonvention der UNO)

machen wir uns theoretisch und praktisch (Bewegungsexperimente und Spielphasen) wieder bewusst, warum eine gelungene Bewegungsentwicklung die Basis für eine gesunde Persönlichkeitsentfaltung darstellt bzw. warum die sensomotorischen Fähigkeiten die Voraussetzung für alles weitere Lernen sind und Kinder im freien Spiel – von Natur aus - in allen Bildungsbereichen punkten.

Modul:

Einführung in die Spiel- und Bewegungspädagogik Elfriede Hengstenbergs: Entfaltungs- und Nachentfaltungsprozesse bei Kindern ermöglichen
14.06.2023 - 14.06.2023

Sicheres und kompetentes Bewegungsverhalten stärkt sowohl die physischen als auch die psychischen Ressourcen des Kindes und macht es körperlich und emotional stark für seinen weiteren Entwicklungsverlauf. Wie hierbei Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, aber eben auch noch in Hort und Schule unterstützt werden können, zeigt die Hengstenberg-Spiel- und Bewegungsarbeit auf, die sich in den letzten drei Jahrzehnten in vielen Kindertageseinrichtungen etabliert hat. Im Mittelpunkt des von Elfriede Hengstenberg (1891-1991) entwickelten Spiel- und Bewegungsansatzes steht die achtsame pädagogische Unterstützung des kindlichen Eroberungs- und Forscherdrangs. Sie werden nicht zur Nachahmung vorgefertigter Übungen, wie im Sport etwa, animiert, sondern sollen – anhand der Hengstenberg- Bau-, Kletter- und Balanciermaterialien – spielerisch eigene Ideen umsetzen. In der wiederholten Auseinandersetzung mit der Schwerkraft können die Kinder hemmende, behindernde Haltungen allmählich überwinden und erfahren „das Geheimnis der aktiven Aufrichtung aus eigenem Antrieb“ (Ernst J. Kiphard).