Gegenwärtig finden im Bildungswerk zwar keine Präsenz-Seminare statt, aber Sie finden unter Online-Seminare ein stetig wachsendes Angebot.

Teilhabe

Autismus-Spektrum-Störungen

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Verstehen und Umgang

Autismus-Spektrum-Störungen stellen eine umfassende Beeinträchtigung der Gesamtentwicklung dar mit einem Beginn im Kindesalter. In deren Zentrum stehen immer soziale Interaktions- und Kommunikationsstörungen.

Oftmals offenbaren sich diese Besonderheiten besonders in Kindergarten oder der Schule, wenn sich das Kind

„anders“ verhält, sich z.B. zurückzieht vom Spiel und der Interaktion mit anderen, nur eingeschränkt oder besonders kommuniziert, sich stereotyp oder eingegrenzt beschäftigt oder mit starken Gefühlsausbrüchen auf Änderungen gewohnter Abläufe und Neuem reagiert. Oft finden sich auch Beeinträchtigungen in den selbstorganisatorischen Fähigkeiten, der Handlungsplanung bei Selbständigkeitsanforderungen und dem Zeitmanagement.

Diese Auffälligkeiten zeigen sich oft über die gesamte Lebensspanne hinweg, variieren aber teils stark in der Symptomatik je nach Alter, Geschlecht, kognitivem Niveau und situativem Kontext der Betroffenen. Hinzu kommen oft komorbid auftretende psychische Störungen bzw. sich sekundär auf der Basisstörung ASS entwickelnde psychische Auffälligkeiten.

Die Bandbreite der Ausprägung des Störungsbildes ist daher sehr groß, das jeweilige Muster der Symptomatik individuell. Der aufmerksame Blick der Fachkräfte sowie eine gute Kooperation aller an der Förderung beteiligter Personen ist für die Förderung und Unterstützung der Betroffenen von besonderer Bedeutung. Die Berücksichtigung vorgestellter, förderlicher Rahmenbedingen kann entscheidend für die Prävention von herausforderndem Verhalten sein.

„Typische“ Verhaltensweisen werden veranschaulicht und durch die Vorstellung aktueller neuropsychologischer Erklärungsansätze die Gründe für dieses Verhalten nachvollziehbar gemacht. Prinzipien eines unterstützenden und förderlichen Umgangs sollen aufgezeigt werden.

Lerntheoretische Grundlagen verhaltenstherapeutischer Ansätze so wie spezifisch für Menschen mit ASS entwickelte verhaltenstherapeutische Methoden werden vorgestellt.

Das Vorgehen der Analyse von problematischen Verhalten in Form einer systematischen Beobachtung und Beschreibung der auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren für das Problemverhalten soll vorgestellt und bespielhaft eingeübt werden. Dieses Modell dient der individuellen Interventionsplanung um unerwünschtes Verhalten zu reduzieren und erwünschtes Verhalten aufzubauen.

Inhalte:

  • Einführung in das Autismus-Spektrum
  • Vorstellung der Bandbreite der Störungsbilder und Symptome des autistischen Spektrums
  • (Klassifikation, Diagnostik)
  • aktuelle neuropsychologische Erklärungsansätze der Symptomatik
  • günstige Rahmenbedingungen institutioneller Förderung, Bildung und Betreuung
  • Umgang mit störungsbedingtem, „typischen“ Verhalten
  • Grundlagen verhaltenstherapeutischen Vorgehens beim Aufbau von erwünschten Verhaltensweisen und der Reduktion unerwünschten Verhaltens, Vorstellung eines Modells zu Planung von Interventionen zur Verhaltensmodifikation