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Das Bildungswerk nimmt den Seminarbetrieb ab dem 29.06.2020 in eingeschränkter Form wieder auf! Neben ausgewählten Präsenz-Veranstaltungen bieten wir weiterhin online-Seminare an!

Teilhabe

Grundlagen

28008

der Arbeit mit Menschen mit Behinderung

Das Hilfesystem für Menschen mit Behinderungen ist in Bewegung. Das alte Paradigma des medizinisch-psychiatrischen Modells suchte eine Ursache in der Person (eine Infektion, Vergiftung, Erkrankung, Gendefekt usw.), die für das Entstehen einer Behinderung verantwortlich sei. Man nahm an, dass es am besten für solche Menschen sei, wenn sie getrennt von den anderen unter sich untergebracht sind. Reste dieser Fachlichkeit finden sich nach wie vor vielfach in Köpfen und Konzepten.

Heute gibt es eine andere Sicht auf und von Behinderung, das Menschenrechts-Modell, festgeschrieben in der Behindertenrechtskonvention. Menschen mit Behinderung sind keine Patienten mehr, auch keine Problemfälle. Hilfe ist kein Akt barmherziger Fürsorge. Behinderte Menschen sind in erster Linie gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger, die ein Recht haben, an allen Bereichen des allgemeinen gesellschaftlichen Lebens teilzuhaben. Der Patient wurde zum Klienten, manchmal auch zum Kunden, jetzt soll dieser zum Bürger werden. Das erfordert ein Umdenken bei den professionellen Kräften in der Behindertenhilfe. Sie brauchen ein neues Selbstverständnis für die Zeit nach der Aussonderung.

In diesem Seminar werden die Grundlagen eines solchen Selbstverständnisses erarbeitet. Dazu gehören die Reflektion der eigenen Praxis, das Wissen über die Folgen von Störungen, die beispielhaft behandelt werden und ein Überblick über relevante Konzepte der Behindertenhilfe.

Die Inhalte werden praxisnah erarbeitet. Die Teilnehmenden werden gebeten, eigene Beispiele aus der Praxis einzubringen.

  • Geschichte der Behinderten-Betreuung: von der Fürsorge zur Selbstbestimmung
  • Die Behindertenrechtskonvention: behinderte Menschen als gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger
  • Grundlagen der praktischen Arbeit:

    - Die Idee der Inklusion und der Teilhabe: Das Einfache, was schwer zu machen ist

    - Die Praxis I: Personzentriertes Arbeiten

    - Die Praxis II: Sozialraumorientiertes Arbeiten

  • Wohnen: Anspruch und Wirklichkeit
  • Teilhabe am Arbeitsleben: Anspruch und Wirklichkeit
  • Meine Rolle als Mitarbeiter/in
  • Leben unter besonderen Bedingungen: was heißt es, unter den Ausgangsbedingungen einer Behinderung Mensch zu sein, am Beispiel von Trisomie 21 (Down-Syndrom), Autismus-Spektrum-Störung, Epilepsie oder einer schwersten und mehrfachen Behinderung
  • Methoden und Prinzipien: Unterstützte Kommunikation, Persönliche Zukunftsplanung, Basale Pädagogik
  • behinderte Lebensgeschichten: Beispiele

Die Teilnehmenden gewinnen einen Überblick über die praxisrelevanten aktuellen Themen der Behindertenhilfe. Sie erarbeiten ein Grundverständnis von Behinderung anhand einiger ausgewählter Störungen. Sie reflektieren ihre Arbeit und gewinnen Handlungssicherheit im beruflichen Alltag.