Kinder- und Jugendhilfe

Systemisches Arbeiten in der therapeutischen Begleitung

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Beratung von Menschen mit Autismusspektrumsstörung und ihren Familien

Kernsymptome der Autismus-Spektrum-Störung spiegeln sich in den Bereichen von Interaktion und sozialen Beziehungen, Kommunikation und des kreativen Denkens ab. In-Beziehung-sein hat viele Dimensionen, denn alles ist miteinander verbunden und jede Unverbundenheit wirkt sich in allen Bereichen aus. Systemisches Denken bedeutet immer auch zirkuläres Denken, unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen aller Beziehungen.

Symptome spielen innerhalb der systemischen Sichtweise eine wichtige Rolle. Man spricht hier von der positiven Absicht der Symptome. Symptome werden nicht als Probleme eines Einzelnen, sondern als mögliche Lösungsversuche im Kontext von Beziehungen, Familien und Gesellschaft betrachtet. Statt nach Schuldigen zu suchen, wird nach dem Sinn gefragt. Statt nach den Ursachen des Problems zu forschen, gilt es Ressourcen für die Lösung aufzuspüren - und diese zu stärken. Die wichtigsten Hebel der Veränderung sind die Wertschätzung von Ressourcen/ Potenziale, die Würdigung bisheriger Lösungsversuche und der Glaube an ungenutzte Möglichkeiten...

Für die systemische Arbeit ist der bewusste Umgang mit Sprache und eine gute Beziehungsgestaltung die Grundvoraussetzung. Wer als Berater um die Logik der Gefühle weiß, die systemischen Prinzipien kennt, ressourcenorientiert denkt und Fragen bewusst einsetzt, kann bereits mit kleinen Veränderungen eine große Wirkung erzielen.

Um neue Lösungen möglich zu machen, müssen jedoch oft blockierende Verhaltensmuster aufgespürt und gezielt unterbrochen werden. Damit Berater zu herzvollen Musterbrechern werden können, braucht es Selbstreflexion und die Bereitschaft zu persönlichem Wachstum. Die bewusste Reflexion der eigenen Familiengeschichte macht es möglich, mit ‚familiären Handicaps‘ souverän umzugehen und individuelle ‚Talente‘ lösungsorientiert einzusetzen. Wertschätzende Spiegelungen (aus dem Team) helfen dabei, persönliche Potenziale wahrzunehmen und berufliches Handeln zu professionalisieren.

Dieses Seminar vermittelt - neben den systemischen Prinzipien der Beziehungsgestaltung und den Basistechniken der Selbstreflexion auch eine systemische Team-Haltung. In der systemischen Beratung entsteht Wirkung oftmals gerade durch einheitliches Handeln. Die Veranstaltung eignet sich daher auch für Berater-Teams. Wenn ein Team mit einer synchronisierten Haltung/ Einstellung in Gespräche geht (bei Institutionen, Schule, Eltern, Ärzten etc..), können alle an einem Strang ziehen. Der Stresslevel reduziert sich, die Wirkung einer Maßnahme potenziert sich, und die Arbeit im Team macht mehr Freude.

  • Systemische Prinzipien
  • Kontakt beginnt mit Würde
  • Veränderung braucht Würdigung
  • Logik der Gefühle
  • Die Kraft des Spiegelns (Wertschätzung)
  • Wunder-Haltung
  • Reflexion
  • Systemische Fragetechniken
  • Reframing von Geschichten
  • Wirkung der eigenen Familiengeschichte
  • Selbstbild – Fremdbild im Team