Pflege und Betreuung

Weiterbildung zur Medikationsfachkraft

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Risiken erkennen - Schäden verhindern - Pflege erleichtern

Die Fortschritte der modernen Medizin, Pharmazie, Pflege und anderer Gesundheitswissenschaften, die uns ein längeres Leben ermöglichen, bringen als Schattenseite selbst ernsthafte Erkrankungen hervor. Unerwünschte Arzneimittelereignisse und daraus resultierende arzneimittelassoziierte Erkrankungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungsursachen im Alter. Einrichtungen, Pflegedienste, Angehörige, Patienten und Ärzte sind sich oft nicht bewusst, dass eine Vielzahl von Kognitionsstörungen, Verwirrtheiten, Stürzen, Magen-Darmerkrankungen oder Inkontinenzen arzneimittelbedingt sind und denken, dies gehöre zu den Grunderkrankungen von alten Menschen. Es entstehen noch mehr Verordnungen und damit noch höhere Risiken für die hochbetagten Senioren.

Die Hauptursachen dieser Erscheinungen liegen daher in der Überversorgung mit zu vielen Medikamenten, in einer unzureichenden Risikokommunikation und einem oft mangelhaften Wissenstransfer zwischen Pflege, Arzt und Apotheke. Die Pflegefachkräfte einer Einrichtung verbringen erhebliche Zeit damit, diese sogenannten Nebenwirkungen zu pflegen und ineffiziente oder sogar schädigende Arzneimittelvergaben vorzunehmen. Im Medikationsprozess einer Altenpflegeeinrichtung haben die Pflegefachkräfte eine ihnen oft nicht bewusste zentrale Stellung und können Wesentliches zu seiner Verbesserung beitragen.

Im Rahmen dieser Weiterbildung werden Pflegefachkompetenzen vermittelt, um durch Prävention zur Vermeidung arzneimittelbezogener Probleme, insbesondere bei dementen, schmerzerkrankten oder sturzgefährdeten älteren Patienten, beizutragen. Als Medikationsfachkraft lernen Sie:

  • die individuellen und einrichtungsbezogenen Risiken der Senioren kennen
  • wie man die Risiken erfolgreich an alle beteiligten Personen und Ärzte kommuniziert
  • wie man den Arzneimittelkonsum (Polypharmazie) mit den verordnenden Ärzten auf ein gesundes Maß reduzieren kann

Inhalte:

  • Arzneimittel im Versorgungsprozess: Grundlagen der Geriatrischen Pharmazie
  • Medikamentenorganisation und Patientencompliance
  • Grundlagen der praktischen Pharmakologie
  • Der gerontopsychiatrische Patient - Umgang mit Demenzerkrankungen
  • Kommunikation im Medikationsprozess

Modul 1

18.06.2019 - 19.06.2019

Modul 2

14.08.2019 - 16.08.2019

Modul 3

02.12.2019 - 03.12.2019

Organisation

Die Weiterbildung wird berufsbegleitend durchgeführt und hat einen Stundenumfang von 56 Unterrichtsstunden (Präsenzstunden). Jeder Teilnehmer erstellt zusätzlich eine Projektarbeit. Diese besteht aus der interdisziplinären Bearbeitung eines zentralen Arzneimittelproblems des jeweiligen persönlichen Arbeitsumfeldes.

In einer Fachprüfung stellen die Teilnehmer die aus ihrer Praxisarbeit gewonnenen Erfahrungen in der Gruppe dar. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat über die vermittelten Inhalte.