Persönliche und Soziale Kompetenzen

Motivierende Gesprächsführung

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Motivational Interviewing in der sozialen Arbeit

Motivierende Gesprächsführung nach Miller/Rollnick (MI) ist ein Gesprächsführungskonzept, das zunächst für die Arbeit mit suchtmittelabhängigen Personen entwickelt wurde. Diese Menschen gelten häufig als besonders veränderungsresistent und widerständig gegenüber einer anstehenden Veränderung. Durch zahlreiche Studien abgestützt und in der Praxis bewährt, hat sich die Motivierende Gesprächsführung zwischenzeitlich in der Gesundheitsförderung, der medizinischen Behandlung, in der Sozialen Arbeit, in Beratung, Coaching bis hin zur Psychotherapie fest etabliert. Da Personen in schwierigen, persönlichen und sozialen Situationen typischerweise ein hochambivalentes Verhalten zeigen, behindert dieses Hin- und Hergerissen-Sein zwischen möglichen Alternativen die Arbeit an Zielen und Lösungswegen.

Der alltägliche Umgang mit diesen Personen in der Behandlung und Begleitung eröffnet eine Vielzahl praktischer Ansatzpunkte für die Gesprächsführung. Wo althergebrachte Konzepte nicht greifen und konfrontative Gesprächsstrategien zur Eskalation, zu Beziehungs- und Behandlungsabbrüchen führen können, sind Ratlosigkeit und Hilflosigkeit in der Behandlung, Beratung und Betreuung nicht selten.

Motivierende Gesprächsführung unterstützt Klientinnen und Klienten in einer respektvollen, wertschätzenden, die Eigenverantwortung betonenden Art und Weise bei der Auseinandersetzung mit ihrer Ambivalenz und stärkt ihre Änderungszuversicht.